Der NEIN-Tag

Ich war gerade in Griechenland in Urlaub und habe eine spannende Entdeckung gemacht. Die Griechen feiern am 28. Oktober einen besonderen Nationalfeiertag. Sie feiern den Ochi-Tag – Sag nein-Tag.

An diesem Tag wollte Mussolini im Jahr 1940 die Erlaubnis von Diktator Metaxa italienische Truppen in Griechenland zu stationieren und dieser sagte:„Ochi – nein“. Noch heute wird dieser Tag mit Paraden und Gottesdiensten in Griechenland gefeiert.

Da dachte ich mir, so ein Tag oder noch besser mehrere Nein-Tage sollten wir auch einführen.

Denn mit dem nein sagen ist das so eine Sache. Vielen Menschen fällt es sehr schwer nein zu sagen. Sie tun dann Dinge, die sie gar nicht möchten. Verabreden sich mit Menschen, obwohl sie lieber alleine sein wollen. Essen Gerichte, die ihnen nicht schmecken, erledigen Arbeiten, obwohl sie keine Zeit dafür haben. Und warum dies alles? Viele tun sich schwer damit nein zu sagen und lassen sich in ein Korsett pressen, dass ihnen überhaupt nicht passt. Manchmal vielleicht ein Leben lang…

Gründe dafür gibt es zahlreiche:

  • Angst davor in Ungnade zu fallen
  • Den Wunsch geliebt zu werden
  • Angst, nicht mehr gemocht zu werden
  • Anderen gefallen zu wollen
  • Ein Teil der Gemeinschaft sein zu wollen
  • Karriere machen zu wollen

Und alle diese Annahmen können uns dazu verleiten ja zu sagen, obwohl wir nein meinen. Schließlich wollen wir es uns ja nicht mit unseren Mitmenschen verscherzen. Das ist auch in Ordnung, der einzige Haken daran ist, dass wir den Preis dafür zahlen. Wir stellen unsere Bedürfnisse hinten an, um es anderen recht zu machen. Trauen uns nicht offen unsere Meinung zu sagen und heucheln Interessen an etwas, dass uns gar nicht interessiert. Alles hat seinen Preis! Dieser Aussage ist uns doch seit Kindheitstagen bekannt. Möchten Sie permanent den Preis bezahlen?

Es ist zwar sehr schön, wenn die ganze Welt uns freundlich und nett findet. Doch es gibt auch den Spruch „Nett ist die kleine Schwester von doof.“ Wir müssen nicht immer nett sein und es jedem recht machen. Wir dürfen zu unseren Wünschen und Bedürfnissen stehen und diese äußern.

Versuchen Sie es doch mal, es ist gar nicht so schwer. Anfänglich wird Ihr Umfeld irritiert sein und sich wundern, warum sie plötzlich so egoistisch sind und nicht mehr alles tun, was man von Ihnen verlangt. Wenn Sie von Ja-Sager zum Nein-Sager werden, wird es für Ihre Mitmenschen unbequem, doch Sie entdecken plötzlich ganz neue Freiheiten. Es ist einfach schön, zu tun, was man möchte und sich nicht ständig anzupassen. Und ich meine hier nicht die Egomanen, die auf niemand mehr Rücksicht nehmen. Ich spreche von einem gesunden Egoismus. Indem wir unsere Bedürfnisse erkennen und entscheiden, wie wichtig uns diese gerade sind.

Wenn es Ihnen anfänglich schwer fällt nein zu sagen, versuchen Sie es in kleinen Schritten, es wird mit jedem Mal leichter und macht Spaß.

Ich kann nur sagen, dass ich den Ochi-Tag der Griechen begrüßen würde 🙂

Viel Erfolg und herzliche Grüße

Alexandra Karr-Meng

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